Taschenfilter – auch als Beutelfilter bezeichnet – gehören zu den am häufigsten eingesetzten Filtertypen in der Klima- und Lüftungstechnik. Ihr Funktionsprinzip beruht auf keilförmig vernähten Filtertaschen aus synthetischen oder glasfaserbasierten Medien, die in einem stabilen Stirnrahmen fixiert sind. Durch die Taschenform entsteht eine große aktive Filterfläche auf kompaktem Bauraum, was Taschenfilter besonders wirtschaftlich im Betrieb macht.
HS-Luftfilterbau fertigt seit über 50 Jahren Taschenfilter in eigener Produktion in Kiel – von der Grobstaubvorfiltration (ISO Coarse) bis zur hocheffizienten Feinstaubfiltration (ePM1 95 %). Alle HS-Taschenfilter werden in unserem hauseigenen Prüflabor nach ISO 16890 getestet und sind garantiert 100 % glasfaserfrei.
Das Filtermedium eines Taschenfilters besteht aus feinsten Synthetikfasern, die zu keilförmigen Taschen vernäht werden. Die Anzahl der Taschen variiert je nach Baugröße und Filterklasse – üblich sind 5 bis 10 Taschen pro Filterelement. Im Luftstrom blähen sich die Taschen auf und bilden eine gleichmäßig durchströmte Filterfläche.
Der Stirnrahmen besteht je nach Ausführung aus verzinktem Stahlblech, korrosionsbeständigem Aluminium-U-Profil oder Kunststoff. Die Einzeltaschen sind mittels einer korrosionsbeständigen Kunststoffdichtung im Rahmen fixiert. Optional kann eine aufgeschäumte Hygienedichtung auf dem Stirnrahmen aufgebracht werden – damit wird bei jedem Filterwechsel die Dichtung gemäß VDI 6022 gleich mit erneuert
Seit dem Rückzug der EN 779 im Jahr 2018 gilt die ISO 16890 als maßgebliche Norm für die Klassifizierung von Luftfiltern in der allgemeinen Raumlufttechnik. Die Norm bewertet Luftfilter anhand ihres Abscheidegrades für drei definierte Partikelgrößenfraktionen: ePM1 (≤ 1 µm), ePM2,5 (≤ 2,5 µm) und ePM10 (≤ 10 µm). Im Gegensatz zur alten EN 779 berücksichtigt die ISO 16890 auch die Abscheideleistung nach Entladung des Filtermediums – ein entscheidender Unterschied für die Praxisleistung.
| HS-Taschenfilter | ISO 16890 Klasse | Alte EN 779 Klasse | Typische Anwendung | Empfohlene Filterstufe |
|---|---|---|---|---|
| HS-Pak 25 | ISO Coarse 60 % | G3 | Grobe Vorfiltration, Industrieabluft | 1. Stufe |
| HS-Pak 35 | ISO Coarse 90 % | G4 | Vorfiltration in Klima- und Lüftungsanlagen | 1. Stufe |
| HS-Pak 55 | ePM10 55 % | M5 | Zuluftfiltration Bürogebäude, Vor-/Hauptfilterstufe | 1. oder 2. Stufe |
| HS-Pak 65 | ePM2,5 65 % | M6 | Zuluftfiltration mit erhöhten Anforderungen | 1. oder 2. Stufe |
| HS-Pak 88 | ePM1 55 % – ePM1 65 % | F7 | Hauptfiltration Büro, Labor, Pharma, Lebensmittel | 2. Stufe / Hauptfilter |
| HS-Pak 95 | ePM1 80 % – ePM1 95 % | F9 | Hocheffiziente Filtration, Vorfilter für HEPA | 2. Stufe / Vorfilter HEPA |
| HS-AirSynErgy 88 | ePM1 55 % – ePM1 65 % | F7 | Energieoptimierte Hauptfiltration | 2. Stufe / Hauptfilter |
| HS-AirSynErgy 95 | ePM1 80 % – ePM1 95 % | F9 | Energieoptimierte Hochleistungsfiltration | 2. Stufe / Vorfilter HEPA |
| Kriterium | Taschenfilter | Kompaktfilter (V-Form) |
|---|---|---|
| Bautiefe | 360 – 600 mm (Standard) | 292 – 600 mm |
| Filterfläche | Hoch (durch Taschenform) | Sehr hoch (durch Minipleat-Faltung) |
| Anfangsdruckdifferenz | Gering bis mittel | Gering (Vorteil bei energieoptimiertem Betrieb) |
| Staubspeichervermögen | Hoch | Mittel bis hoch |
| Anschaffungskosten | Günstig | Höher (ca. 30–50 % Aufpreis) |
| Betriebskosten (Energie) | Mittel | Niedrig (bis zu 30 % weniger als Standard-Taschenfilter) |
| Empfehlung | Kostenbewusste Standardanwendungen mit ausreichend Bautiefe | Energieoptimierter Betrieb, beengte Einbauverhältnisse, hohe Luftmengen |
Tipp: Mit unserer HS-AirSynErgy-Serie bieten wir Taschenfilter, die dank einer patentierten Wellenstruktur des Filtermediums die doppelte aktive Filterfläche konventioneller Taschenfilter bieten. Damit vereinen HS-AirSynErgy-Filter die günstigen Anschaffungskosten eines Taschenfilters mit der Energieeffizienz eines Kompaktfilters – bei bis zu 35 % geringerer Druckdifferenz und bis zu 80 % höherer Staubspeicherkapazität.
Die Energiekosten machen bis zu 75 % der Lebenszykluskosten (Total Cost of Ownership) eines Luftfilters aus. Der entscheidende Faktor ist die Druckdifferenz über den Filter: Jedes Pascal zusätzlicher Druckverlust muss vom Ventilator kompensiert werden – und kostet Strom.
Ein Rechenbeispiel: Bei einem Volumenstrom von 3.400 m³/h und einer jährlichen Betriebszeit von 6.000 Stunden verursacht ein konventioneller Taschenfilter der Klasse ePM1 60 % (F7) mit einem mittleren Druckverlust von ca. 130 Pa Energiekosten von rund 210 € pro Jahr (bei 0,30 €/kWh). Ein HS-AirSynErgy-Filter gleicher Klasse erreicht dank der vergrößerten Filterfläche einen mittleren Druckverlust von ca. 85 Pa – das spart rund 70 € pro Filter und Jahr an reinen Energiekosten. In einer Anlage mit 50 Filtern summiert sich das auf 3.500 € jährliche Einsparung.
Bei der EU-weit verpflichtenden Umsetzung der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) werden energieeffiziente Filtersysteme künftig noch stärker in den Fokus rücken. Betreiber, die jetzt auf energieoptimierte Filter umstellen, verschaffen sich einen Compliance-Vorsprung.
Alle HS-Taschenfilter werden in unserer Produktion in Kiel und in unserem Werk in Thailand gefertigt. Was uns von anderen Herstellern unterscheidet:
HS-Taschenfilter sind in allen gängigen Standardabmessungen (BxH) lieferbar und kompatibel mit handelsüblichen Aufnahmerahmen:
| Breite × Höhe [mm] | Bautiefen [mm] | Rahmenoptionen |
|---|---|---|
| 287 × 592 | 360 / 500 / 600 | Metallrahmen 20 mm oder 25 mm (verzinkt oder Edelstahl) Kunststoffrahmen 25 mm Optional: mit Hygienedichtung |
| 490 × 592 | 360 / 500 / 600 | |
| 592 × 287 | 360 / 500 / 600 | |
| 592 × 490 | 360 / 500 / 600 | |
| 592 × 592 | 360 / 500 / 600 | |
| Sondermaße | auf Anfrage |
Direkt bestellen: Alle Standardgrößen und -filterklassen sind in unserem Webshop www.luftfilter.kaufen mit Echtzeit-Verfügbarkeit und individueller Preisberechnung bestellbar.
Die Standzeit hängt von der Staubbelastung, dem Volumenstrom und der Filterklasse ab. Als Richtwert gilt: In Standard-Bürogebäuden beträgt die Standzeit eines ePM1-Taschenfilters (F7) typischerweise 6 bis 12 Monate. Der Filterwechsel sollte spätestens bei Erreichen der empfohlenen Enddruckdifferenz erfolgen (üblicherweise 200 bis 300 Pa je nach Filterklasse und Anlage). Die VDI 6022 empfiehlt zudem eine Sichtprüfung im Rahmen der regelmäßigen Hygieneinspektion.
Die EN 779 klassifizierte Filter in die Gruppen G1–G4 (Grobstaub) und M5–F9 (Feinstaub) anhand eines mittleren Wirkungsgrades bei einer Partikelgröße von 0,4 µm. Die ISO 16890 hat dieses Verfahren 2018 abgelöst und bewertet die Abscheideleistung differenziert für drei gesundheitsrelevante Partikelgrößen: ePM1 (≤ 1 µm), ePM2,5 (≤ 2,5 µm) und ePM10 (≤ 10 µm). Entscheidend: Die ISO 16890 misst auch nach elektrostatischer Entladung des Mediums – sie bildet daher die reale Langzeitleistung im Betrieb deutlich besser ab als die EN 779. Weiterführende Informationen finden Sie auf www.ISO16890.de.
Glasfasermedien bieten von Haus aus einen hohen rein mechanischen Anfangswirkungsgrad, da sie nicht auf elektrostatische Effekte angewiesen sind. Allerdings sind Glasfasern bruchempfindlich und können beim Handling gesundheitsschädliche Faserfragmente freisetzen. HS-Luftfilterbau setzt bei Taschenfiltern ausschließlich auf synthetische Fasermedien, die bruchsicher, gesundheitlich unbedenklich und bei unseren HS-AirSynErgy-Filtern in der Abscheideleistung gleichwertig sind – ohne die Nachteile von Glasfaser. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie in unserem Ratgeber Synthetik vs. Glasfaser.
Die Auswahl richtet sich primär nach der geforderten Luftqualität und der Funktion des Filters in der Anlage. Für eine einfache Vorfiltration genügt ein Grobstaubfilter der Klasse ISO Coarse (z. B. HS-Pak 35). Für die Zuluftfiltration in Bürogebäuden empfiehlt sich mindestens ein ePM1-Filter (z. B. HS-Pak 88 oder HS-AirSynErgy 88). Als Vorfilter für HEPA-Schwebstofffilter sollte ein ePM1 80 %+ Filter (z. B. HS-Pak 95) eingesetzt werden, um die Standzeit des Schwebstofffilters zu maximieren. Bei Unsicherheit beraten wir Sie gerne – kontaktieren Sie unser Engineering-Team unter +49 (0) 431 71953 0.
Ja. HS-Luftfilterbau fertigt Taschenfilter in nahezu jeder gewünschten Abmessung und Konfiguration. Neben Sondermaßen (im Shop) bieten wir auch Sonderausführungen: biostatische Filter für lebensmittelnahe Bereiche, antistatische Filter für EX-Zonen und Filter mit integrierter Vorfilterschicht. Sonderanfragen richten Sie bitte an info@luftfilterbau.de.
Die Angabe „ePM1 55 %" bedeutet, dass der Filter nach elektrostatischer Entladung mindestens 55 % der Partikel mit einem Durchmesser ≤ 1 µm abscheidet. In der Praxis sind die Unterschiede zwischen 55 %, 60 % und 65 % in der gleichen ePM1-Gruppe oft geringer als erwartet – die reale Abscheideleistung hängt stark von der Beladung und den Betriebsbedingungen ab. Einen ausführlichen Fachbeitrag zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel ePM1 55 %, 60 % oder 65 %? Warum diese Diskussion meist überflüssig ist.
Die größte Stellschraube ist die Druckdifferenz des Filters. Filter mit geringerem Druckverlust bei gleicher Abscheideleistung senken den Energieverbrauch des Ventilators direkt. Die HS-AirSynErgy-Serie erreicht durch die vergrößerte Filterfläche (Wellenstruktur mit doppelter aktiver Fläche) bis zu 35 % niedrigere Druckdifferenzen als konventionelle Taschenfilter – das entspricht einer Einsparung von bis zu 1.100 kWh pro Filter und Jahr. Darüber hinaus empfehlen wir eine bedarfsgerechte Filterstufung: Ein gut dimensionierter Vorfilter (z. B. HS-Pak 35) verlängert die Standzeit und senkt damit den Gesamtenergieverbrauch der Filterstrecke.
In unserem Webshop www.luftfilter.kaufen finden Sie unser komplettes Taschenfilter-Sortiment mit hunderten Standardkonfigurationen, individueller Preisberechnung und Echtzeit-Verfügbarkeit.